bsd Roehrchen gross

Forscher versuchen schon seit vielen Jahren, eine Art künstliches Blut herzustellen. Doch bis heute ist es noch nicht gelungen, den roten Lebenssaft zum Zwecke der Transfusion in ausreichender Menge herzustellen. Daher ist es umso wichtiger, dass ausreichend Blut gespendet wird, um den hohen Bedarf in Deutschland bzw. Bayern decken zu können. Jeder von uns besitzt ungefähr fünf bis sechs Liter Blut – keine große Menge. Bei einer schweren Verletzung fehlt schnell so viel, dass es lebensbedrohlich werden kann. Unfall, Operation, Krankheit – ohne Blutspenden und Blutkonserven könnten viele Menschenleben nicht gerettet werden. Aber was ist eigentlich Blut? Blut ist ein flüssiges Organ aus vielen lebenden Zellen und kleinsten Teilchen. Es transportiert unter anderem Sauerstoff und Nährstoffe, dient der Abwehr von Krankheits¬erregern und reguliert die Körpertemperatur. Das Blutkreislaufsystem versorgt alle Organe unseres Körpers mit den benötigten Aufbaustoffen, Sauerstoff, Energieträgern, Mineralien, Hormonen, Enzymen, Vitaminen und vielem mehr. Das Blut schützt uns vor Infektionen und Krankheiten, indem es in den Körper eingedrungene Viren, Bakterien oder sonstige Fremdstoffe erkennt und unschädlich macht. Diese vielfältigen Aufgaben werden einerseits durch die Zellen im Blut und andererseits durch im Blutplasma gelöste Stoffe erfüllt.

Bestandteile des Blutes

Die Blutzellen bestehen aus den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und den Blutplättchen (Thrombo-zyten). Die roten Blutkörperchen enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin, mit dessen Hilfe sie Sauerstoff von der Lunge zu allen Körpergeweben transportieren. Der Sauerstoff wird im Körpergewebe zur Energiegewinnung verbraucht. Weiße Blutkörperchen sind sozusagen unsere Abwehrtruppen. Sie haben als ein Teil unseres Immunsystems die Aufgabe, fremdes Gewebe und Krankheitserreger zu erkennen und zu beseitigen. Blutplättchen sind dafür zuständig, eine entstandene Blutung zu stoppen und spielen eine bedeutende Rolle bei der Blutgerinnung. Wenn eine Verletzung an Blutgefäßen entsteht, verschließen die Blutplättchen dieses Blutgefäß und verhindern damit einen größeren Blutverlust. Das Blutplasma, das mehr als die Hälfte des Blutvolumens ausmacht, besteht zu über 90 Prozent aus Wasser. Darin gelöst ist eine Vielzahl weiterer Substanzen wie z.B. Salze, Hormone, Vitamine, Proteine und viele mehr, die lebenswichtige Aufgaben haben wie den Transport verschiedener Stoffe und die Aufrechterhaltung des Blutvolumens.

Blutgruppen und ihre Verteilung

Der Wiener Arzt Karl Landsteiner veröffentlichte am 14. November 1901 die heute bekannten Blutgruppen und gilt damit als deren Entdecker. Zusammen mit Alexander Salomon Wiener, einem amerikanischen Serologen, entdeckte er 1937 auch das Rhesussystem. Bei einer Blutübertragung ist es wichtig, dass sich die Blutgruppe des Patienten mit der des Spenders verträgt; am besten werden Bluttransfusionen blut-gruppengleich durchgeführt. Die Verteilung der Blutgruppen in der Bevölkerung ist unterschiedlich. Der Bedarf an Blutkonserven mit der Blutgruppe 0 ist besonders hoch.

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